Risiko, Messung & Schutz

Was ist Radon?

Radon ist ein radioaktives Edelgas. Es ist geruch-, geschmack- und farblos und entsteht bei radioaktivem Zerfall aus Uran. Da Uran als Spurenelement überall vorkommt (Gestein, Boden, Baumaterialien), wird auch überall Radon gebildet. Als Edelgas kann Radon leicht aus dem Material, in dem es gebildet wird, austreten und so in die Atemluft gelangen. Die radioaktiven Zerfallsprodukte von Radon (Polonium, Wismut, Blei) bleiben an den Bronchien haften, können die oberen Zellschichten der Lungenbläschen schädigen und somit nachweislich die menschliche Gesundheit schädigen.

Bewohnte Gebäude wirken – vor allem in der kalten Jahreszeit – wie Saugglocken, d. h. es entsteht im Gebäude durch den so genannten Kamineffekt ein geringer Unterdruck, der Bodenluft und damit Radon in das Haus saugt. In geschlossenen Räumen kann es zu einer Anreicherung von Radon in der Atemluft kommen.

Kostenlose Radonmessung für den Privathaushalt

Die tatsächliche Radonkonzentration in einem Gebäude kann nur über eine Messung ermittlet werden. Das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) ermöglicht im Rahmen seiner Tätigkeiten zum Radonschutz eine kostenlose Radonmessung mit zwei Radondetektoren in Ihrem Privathaushalt. Für diese Messungen wird vom BMK zwei Mal pro Jahr ein Kontingent von Radondetektoren zur Verfügung gestellt.

Aktuelle Informationen dazu finden Sie hier

 

Schutz vor Radon

Wenngleich Radon ein im Boden natürlich vorkommendes Edelgas ist, so muss es aufgrund der möglichen Anreicherung in Gebäuden als technologisch bedingter Innenraumschadstoff gesehen werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Risiken zu kennen und sich in ausreichendem Maß zu schützen.

Wie kann ich mich vor Radon schützen?

  1. Informieren:
    Informieren Sie sich über die Gefahren und Risiken von Radon. Weitere Informationen finden Sie hier sowie auf der Radon-Informationsseite des Klimaschutzministeriums. Mittels der interaktiven Radonkarte können Sie die verpflichtenden und empfohlenen Radonschutzmaßnahmen in Ihrer Gemeinde abfragen.
  2. Messen:
    Nur eine Messung gibt Gewissheit über die Radonbelastung in einem Gebäude. Die Messdetektoren werden per Post verschickt – die Durchführung der Messung ist einfach und kostengünstig. Sollten Sie Interesse an einer Radonmessung haben, erhalten Sie nähere Informationen hier.
  3. Bei Bedarf: Handeln!
    Wurden erhöhte Radonkonzentrationen festgestellt, kann oft schon mit relativ einfachen Maßnahmen Abhilfe geschaffen werden.
  4. Vorsorgen:
    Falls Sie gerade einen Neubau oder Umbaumaßnahmen an bestehenden Gebäude planen, sollten auch einfache Radonschutzmaßnahmen eingeplant werden. Vorbeugender Radonschutz ist günstiger, wirksamer und einfacher als nachträgliche Radonsanierungsmaßnahmen.

Baulicher Radonschutz

Nachfolgend finden Sie Informationen zu Schutzmaßnahmen im baulichen Radonschutz bei Neubauten, Generalsanierungen und Bestandsbauten.

Einfache Radonschutzmaßnahmen bei Neubauten

In Österreich ist der verpflichtende Radonschutz für Neubauten durch die Baugesetzgebung geregelt.

Einfache und kostengünstige Vorsorgemaßnahmen sind der beste Schutz vor hohen Radonkonzentrationen in Neubauten. Sie sind wesentlich einfacher, effektiver und langfristig kostengünstiger als die nachträgliche Radonsanierung eines Gebäudes. Grundsätzlich gilt: Je dichter die Gebäudehülle gegen das Erdreich ausgeführt ist, desto geringer das Radonrisiko. Neue Gebäude sollen so geplant werden, dass in den Aufenthaltsräumen die Radonkonzentration im Jahresmittelwert unter dem Referenzwert von 300 Bq/m³ liegt.

Um dies zu gewährleisten, ist eine konvektionsdichte Ausführung der erdberührten Bauteile, Anschlüsse und Durchführungen beispielsweise durch die Verwendung eines Rohrdurchführungssystems (Ringraumdichtungen, Futterrohre, Mauerkragen, etc.) unerlässlich.

In der ÖNORM S 5280-2 "Radon - Technische Vorsorgemaßnahmen bei Gebäuden" werden je nach Gebäudetyp (unterkellert oder nicht unterkellert, Hanglage), Lage des Gebäudes und geplanter Ausführung der erdberührten Bauteile die erforderlichen Radonschutzmaßnahmen beschrieben.

In bestimmten Gebieten können weitere vorbeugende Radonschutzmaßnahmen sinnvoll sein. Vor allem für den Fall, dass eine konvektionsdichte Ausführung der Bauteile nicht gewährleistet werden kann. Eine derartige Radonschutzmaßnahme kann gemäß ÖNORM S 5280-2 die Installation eines Radondrainage Systems mit passiver Luftabfuhr über Dach sein. Die Zusatzkosten im Neubau für die hierfür erforderlichen perforierten Rohre, welche unter dem Fundament in den Schotterkoffer (Rollierung) verlegt werden, belaufen sich für die Materialkosten meist auf unter € 1.000.-. Hinzu kommen noch Kosten bei der Ausführung durch eine Baufirma. Diese belaufen sich auf etwa € 500,- bis € 1.000,- für den zusätzlichen Arbeitsaufwand. Nach Fertigstellung des Gebäudes wird eine Kontrollmessung empfohlen.

Zusätzliche Hinweise:

  • Ausführungsdetails zur Radondrainage sowie zu den anderen o.g. Möglichkeiten finden Sie in der Broschüre des Landes Oberösterreich in den Downloads am Ende der Seite.
  • Das Land Oberösterreich fördert unter bestimmten Voraussetzungen Radon - Vorsorgemaßnahmen bei Neubauten. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
  • Von Bodengasuntersuchungen am Baugrund wird abgeraten, da sie aufwändig, teuer und nicht aussagekräftig sind.

Genaue Informationen zu Vorsorgemaßnahmen bei Neubauten finden Sie hier.

Radonsanierung bei Bestandsbauten

Sollte die Messung eine Überschreitung des Referenzwertes von 300 Bq/m³ ergeben, kann dies durch erprobte Sanierungsmaßnahmen am Gebäude behoben werden. Die Maßnahmen reichen vom Abdichten von Bauteilen wie der Bodenplatte bis zum Absaugen der Bodenluft unterhalb der Bodenplatte.

Die Kosten für Sanierungsmaßnahmen hängen stark von der erforderlichen Maßnahme ab. Während einfache Maßnahmen - welche oft auch in Eigenregie durchgeführt werden können - nur wenige € 100,-  kosten, können bei komplexen Verhältnissen Kosten von bis zu € 5.000,- entstehen.

Für die Planung und Ausführung von Radonsanierungsmaßnahmen stehen Ihnen folgende Fachleute für baulichen Radonschutz zur Seite.

Genaue Informationen zu Sanierungsmaßnahmen finden Sie hier.

Berücksichtigung des Radonschutzes bei einer Generalsanierung oder thermischen Sanierung

Generalsanierungen bieten eine gute Gelegenheit, kostengünstig die Radonkonzentration zu senken. Lassen Sie deshalb unbedingt vor der Generalsanierung eine Radonmessung durchführen. Im Falle erhöhter Radonkonzentrationen planen Sie Radonschutzmaßnahmen ein.

Verschiedene Studien belegen, dass durch Abdichten der Gebäudehülle im Rahmen einer thermischen Sanierung eines Gebäudes die Radonkonzentrationen ansteigen können. Um keine böse Überraschung nach der thermischen Sanierung zu erleben, sollten Sie sich vorab über die Möglichkeiten einer Berücksichtigung der Radonsituation informieren und ggf. zusätzliche Maßnahmen ergreifen.

Genaue Informationen zum Einfluss der energetischen (thermischen) Sanierung finden Sie hier.

Fachleute für den baulichen Radonschutz in Österreich

Da Radonschutz in erster Linie ein Bau-Thema ist, kann, wenn Radonschutzmaßnahmen im Neubau und bei Sanierungen fachgerecht geplant und ausgeführt werden, das Gesundheitsrisiko durch Radon in Innenräumen sehr stark reduziert werden.

Aus diesem Grund bietet die österreichische Fachstelle für Radon Kurse zum Thema Radonschutz in Gebäuden an. So soll ein Netz an geschulten Baufachleuten entstehen, um Gebäudeeigentümerinnen und Gebäudeeigentümer bei der Planung und Durchführung von Radonschutzmaßnahmen (beispielsweise Radonsanierungen) zu unterstützen.

Die Liste der ausgebildeten Fachleute für baulichen Radonschutz in Österreich finden Sie hier.

Radonschutz am Arbeitsplatz

An gewissen Arbeitsplätzen können sehr hohe Radonkonzentrationen auftreten. Die Begrenzung der Radon-Exposition und der Schutz der Beschäftigten ist durch das Strahlenschutzgesetz (siehe unten) und die Radonschutzverordnung (siehe unten) geregelt und gilt für folgende Betriebe:

  • Wasserversorgungsanlagen
  • Bergwerke und andere untertägige Arbeitsbereiche
  • Schaubergwerke und -höhlen
  • Radonkuranstalten und –kureinrichtungen
  • Betriebe mit Arbeitsplätzen in Erd- und Kellergeschoßen in Radonschutzgebieten 

Diese Betriebe sind in Österreich verpflichtet, eine ermächtigte Überwachungsstelle mit der Messung der Radonkonzentration zu beauftragen. Bei einer Überschreitung des Referenzwertes von 300 Bq/m³ muss das Ergebnis der zuständigen Landesbehörde mitgeteilt werden und Optimierungsmaßnahmen zur Reduzierung der Radonkonzentration müssen durchgeführt werden. Sollte es trotz der ergriffenen Maßnahmen nicht möglich sein die Radonkonzentration an allen betroffenen Arbeitsplätzen unter den Referenzwert zu senken, muss eine Dosisabschätzung für die Beschäftigten durch eine ermächtigte Überwachungsstelle durchgeführt werden.

In unserer Funktion als ermächtigte Überwachungsstelle führen wir Radonmessungen sowie Dosisabschätzungen und -ermittlungen durch. Weitere Informationen und Auskünfte erhalten Sie hier.

Österreichische Fachstelle für Radon

Unsere Fachstelle für Radon wurde 2006 zur Koordination aller Aktivitäten im Zusammenhang mit Radon in Österreich eingerichtet. Kernaufgaben der Fachstelle sind die Mitwirkung bei der Umsetzung des nationalen Radonmaßnahmenplanes, die Beratung und Information der Bevölkerung und von Behörden und Unternehmen sowie die Durchführung von Spezialprojekten zu aktuellen Fragestellungen. Zudem verfügt die Fachstelle über das am besten ausgestattete Labor in Österreich für die Messung von Radon in der Luft, im Wasser und im Boden.

Bei Fragen stehen Ihnen unsere Expertinnen und Experten der Radonfachstelle für Auskünfte per E-mail oder telefonisch immer mittwochs von 11.00 - 14.00 Uhr gerne zur Verfügung.

Radon-Netzwerk Österreich

Das Radon-Netzwerk Österreich bietet Stakeholderinnen und Stakeholdern, Behörden, Firmen und interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, sich miteinander zu vernetzen, Fragen und Anliegen anzubringen sowie in Kleingruppen Ideen zum Schutz vor Radon zu diskutieren.

Das Radon-Netzwerk Österreich wurde von der Fachstelle für Radon im Auftrag des Bundesministeriums für Klimaschutz das Radon-Netzwerk Österreich gegründet und verfolgt folgende Ziele:

  • Stakeholderinnen und Stakeholder, Behörden, Firmen und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger miteinander zu vernetzen
  • Eine unbürokratische Kommunikations- und Kooperationsplattform für Radonthemen zur Verfügung zu stellen
  • Über aktuelle Entwicklungen im Bereich Radonschutz zu berichten
  • Fragen und Anliegen der Stakeholder, Behörden, Firmen etc. zu kennen und gezielt darauf zu reagieren
  • Vielfältige Informationen rund um das Thema „Radon in Gebäuden“ zu sammeln und zur Verfügung zu stellen
  • Eine Anlaufstelle für Beratung rund um das Thema Radon zu bieten

Kontakt

https://www.radon.gv.at

Aktualisiert: 07.09.2022

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