So schützen wir unsere Bienen!

Bienengesundheit

Honig- und Wildbienen nehmen eine wichtige Funktion in den Ökosystemen ein und sind gemeinsam mit anderen Insekten unverzichtbar für die Bestäubung von Blütenpflanzen und damit für Biodiversität und Ernährungssicherung. Nur ein gesundes, intaktes Bienenvolk kann diese Aufgaben erfüllen.

Im Unterschied zu anderen Nutztieren sind Honigbienen freifliegend und wählen sich ihr Futter selbstständig aus dem Angebot der umliegenden Natur. Damit stehen die Honigbienen und ihre Gesundheit in ständiger Wechselwirkung mit der Umwelt und deren Nutzung durch den Menschen (z. B. die Art der Landbewirtschaftung, dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Bioziden, von behandeltem Saatgut und gentechnisch veränderten Organismen). Der Klimawandel sowie die globalisierte Wirtschaftsweise stellen weitere Herausforderungen für Bienen und Imkerei dar, da sie die Lebensräume und Lebensbedingungen verändern sowie einer globalen Verbreitung von bienengefährlichen Krankheitserregern, Parasiten und Schädlingen die Tür öffnen. Dies gilt auch für Hummeln und Solitärbienen, die zusammen mit den Honigbienen und anderen blütenbesuchenden Insekten durch ihre Bestäubungstätigkeit einen unverzichtbaren Beitrag zur Biodiversität der Tier- und Pflanzenwelt im Ökosystem leisten und zur Ernährungssicherung beitragen.

Beim Thema Bienenverluste sind sich Wissenschafterinnen und Wissenschafter einig, dass diese von vielen Faktoren beeinflusst werden. Der Lebensraum der Bienen, die Bienenzucht und Imkerei, die Bienengesundheit und die Verfügbarkeit von „Bienenschutzmitteln“ spielen hierbei eine Rolle.

Gerne steht Ihnen unsere Abteilung für Bienenkunde und Bienenschutz für Fragen rund um die Themen Bienengesundheit (anzeigepflichtige Krankheiten) und Bienenschutz sowie bei anderen bienenkundlichen Anliegen zur Verfügung. Unser Ziel ist die nachhaltige Sicherung des Bienenbestandes in Österreich.

Bienenkrankheiten & Schädlinge

Bienenkrankheiten

Diverse Bienenkrankheiten und Schädlinge können zu einem Problem für Bienenvölker werden und zu großem Schaden an Bienenvölkern führen. Eine frühzeitige Erkennung und korrekte Diagnose von Krankheiten bei Bienen ist daher maßgeblich.

Eine Übersicht zur Diagnose verschiedener Bienenkrankheiten und Schädlingen finden Sie auf unserer Seite Bienenkrankheiten Diagnosehilfe.

Grundsätzlich wird zwischen anzeigepflichtigen und nicht anzeigepflichtigen Bienenkrankheiten unterschieden.

Anzeigepflichtige Bienenkrankheiten

Gemäß § 3 Bienenseuchengesetz 1988 gilt folgende Regelung:

Anzuzeigen ist:

  • jede der folgenden Krankheiten:
  •  jeder Verdacht auf derartige Krankheiten
  • jedes drohende oder erfolgte Absterben von mindestens 30 % der Völker eines Bienenstandes

Die Anzeige ist unverzüglich bei der zuständigen Behörde (Bezirkshauptmannschaft oder Magistrat) zu erstatten. Die Amtstierärztin bzw. der Amtstierarzt ordnet die Probenahme durch eine Bienensachverständige oder einen Bienensachverständigen an oder führt diese selbst durch, trägt die Daten in das Veterinärinformationssystem (VIS) ein und leitet die Probe an die Untersuchungsstelle weiter.

Nicht anzeigepflichtige Bienenkrankheiten

Kleiner Bienenstockkäfer

Aufhebung der Verkehrsbeschränkungen für Bienen, Hummeln und Imkerei-Ausrüstung aus Sizilien

In Sizilien wurde sowohl im November 2014 als auch im Juni 2019 ein Befall durch den Kleinen Bienenstockkäfer bei einzelnen Bienenständen festgestellt. Diese Fälle ließen sich auf vereinzelte Ereignisse der Verschleppung vom Festland zurückführen und konnten durch strenge Bekämpfungsmaßnahmen, begleitet von einem umfangreichen Monitoring, getilgt werden.

Aufgrund der erfolgreichen Tilgung des Kleinen Bienenstockkäfers aus der Region Sizilien wurde die Situation im Durchführungsbeschluss (EU) 2021/597 der Kommission neu bewertet. Es wurde beschlossen, dass das Verbot der Versendung von Honigbienen, Hummeln, unverarbeiteten Imkerei-Nebenerzeugnissen, Imkerei-Ausrüstung und für den menschlichen Verzehr bestimmte Imkereierzeugnissen in Waben ab 21.4.2021 nur mehr für die Region Kalabrien gilt.

Herkunft und Verbreitungsgebiete

Der Kleine Bienenstockkäfer stammt ursprünglich aus Afrika, südlich der Sahara. Er gehört systematisch zur Familie der Glanzkäfer. Inzwischen wurde der gefährliche Bienenschädling bereits in viele weitere Länder verschleppt. So trat er in den USA 1996 und in Australien 2002 erstmalig auf. Er kommt derzeit in Nord-, Mittel- und Südamerika, auf den Philippinen, in Südkorea und seit 2014 in Süditalien vor. Für Europa bedeutet letzteres Auftreten bereits die zweite Einschleppung. Erstmals waren die Larven des Bienenstockkäfers in Königinnenversandkäfigen nach einem Königinnenimport von Texas nach Portugal (2004) entdeckt worden. Aufgrund der raschen Entdeckung und der rigorosen behördlichen Maßnahmen erfolgte aber keine Etablierung und der Befall konnte wieder getilgt werden.

Die durch einen Befall verursachten Schäden umfassen nicht nur direkte Schäden an Bienenvölkern, sondern auch schwere wirtschaftliche Verluste aufgrund von Import- und Exportsperren für Bienen und Königinnen aus Befallsgebieten.

Seit 2014 ist der kleine Bienenstockkäfer auch in Süd-Italien etabliert. In der Region Kalabrien, dem Bereich des Erstauftretens im Jahr 2014, gab es in Bienenvölkern trotz der sehr rigoros und laufend durchgeführten Überwachungs- und Bekämpfungsmaßnahmen seither jedes Jahr Funde des Kleinen Bienenstockkäfers.

Ab 2015 wurden durch die Veterinärbehörden in Kalabrien und Sizilien Überwachungsableger (sogenannte „Sentinel-Völker“) aufgestellt, um ein Bild über die Befallssituation zu erhalten. Im übrigen Italien ergaben die Monitoringaktivitäten bislang keine Funde des Kleinen Bienenstockkäfers.

Aussehen und Lebensweise

Der erwachsene Käfer ist 5-7 mm lang und 2,5-3,5 mm breit. Er ist nach dem Schlüpfen hell gefärbt, später kann er bis braunschwarz werden. Die Larve wird bis zu 1 cm lang, ist cremeweiß, besitzt drei Beinpaare und hat am Rücken zwei Borstenreihen. Die Eier sind ca. um ein Drittel kleiner als Bieneneier und werden meist in Häufchen oder einzeln in Ritzen abgelegt.

Erwachsene Käfer leben im Bienenvolk, können aber auch außerhalb überleben. Im Gegensatz zur Varroamilbe ist er nicht auf Bienen als Transportmittel angewiesen, sondern kann selbst aktiv mindestens 10 km weit fliegen, um ein Bienenvolk aufzusuchen. Nach dem Eindringen in das Volk legt das Weibchen in mehreren Schüben eine große Anzahl von Eiern ab. Die Larve schlüpft aus dem Ei und frisst im Bienenvolk Brut, Pollenvorräte und Honig. Ausgewachsen verlässt sie das Bienenvolk und verpuppt sich in der Erde in der Nähe des Bienenvolkes. Je nach Klima sind eine bis sechs Generationen im Jahr möglich. Die erwachsenen Käfer können in der Wintertraube überwintern und dadurch auch in kalten Regionen (z. B. USA, Kanada) überleben.

Gesetzliche Regelungen zur Einfuhr von Bienen

Da auch in Österreich die Gefahr einer Einschleppung des Käfers besteht, ist es unbedingt notwendig, die gesetzlichen Regelungen zur Einfuhr von Bienen einzuhalten. Die EU-Vorschriften für den innergemeinschaftlichen Handel mit lebenden Bienen und Hummeln besagen, dass „Bienen/Hummeln aus Gebieten stammen müssen, in denen in einem Umkreis von mindestens 100 km Radius keine Beschränkungen im Zusammenhang mit dem Verdacht oder dem bestätigten Vorkommen des Kleinen Bienenstockkäfers in Kraft sind“ (Teil 2 von Annex E zu Richtlinie 92/65/EWG). Da die ganze Region Kalabrien als Überwachungszone Beschränkungen unterworfen ist (nach 2021/597/EU), ist eine Verbringung von Bienenvölkern aus der Region Kalabrien, sowie einer diese Region umfassenden 100 km breiten Pufferzone, nicht erlaubt.

Durch die Änderungen vom 20. November 2017 (Durchführungsbeschluss (EU) 2017/2174 vom 20. November 2017 zur Änderung des Anhangs E der Richtlinie 92/65/EWG der Regelungen für den Handel mit Bienen und Hummeln), gelten für den Transport von Königinnen in Käfigen (einzelne Königin mit höchstens 20 Pflegebienen pro Käfig) folgende, kleinere Mindestabstände zu Befallsgebieten des Kleinen Bienenstockkäfers:

Die Entfernung zu den Grenzen einer Schutzzone, die ihrerseits einen Radius von mindestens 20 km um ein bestätigtes Auftreten des Kleinen Bienenstockkäfers aufweist, muss mindestens 30 km betragen. Daher sind mindestens 50 km Distanz zu einem bestätigten Fall erforderlich. Dies gilt vorausgesetzt, dass regelmäßige behördliche Kontrollen des Gebietes mit genau definierter statistischer Zuverlässigkeit stattfinden. Für die Verbringung von Hummelvölkern gilt, dass die Zucht in einer von der Außenwelt abgeschirmten Einrichtung stattfinden muss.

Grundvoraussetzung für jegliche Verbringung sind gültige Veterinärzeugnisse des Herkunftslandes, die Meldung der Verbringung über TRACES und die Meldung an die zuständige Veterinärbehörde des Empfängerlandes. Damit sind sowohl die Behörden des Herkunfts- als auch des Aufnahmelandes über die Verbringung von Bienen bzw. Hummeln informiert und können gezielte Kontrollen durchführen.

Vorsorgemaßnahmen zur Verhinderung einer Einschleppung

Aus Gründen der Vorsorge sollten weder Bienenvölker noch Bienenköniginnen aus Italien verbracht oder im Zuge von Wanderungen nach Österreich rückverbracht werden.

Varroamilbe

Die Varroamilbe (Varroa destructor) kommt ursprünglich aus Asien und parasitiert an Bienen und Bienenbrut. Durch die Varroamilbe werden unterschiedliche Bienenviren übertragen. Sowohl die Parasitierung als auch die Bienenviren schädigen Bienen und ihre Brutstadien. Seit circa 1980 kommt die Varroamilbe in Österreich vor, heute ist sie in jedem Bienenvolk zu finden. Die Varroamilbe löst zum Teil Völkerzusammenbrüche aus und ist häufig für hohe Winterverluste verantwortlich.

Seit 01.01.2014 benötigen Mittel zur Varroabekämpfung in Österreich eine Zulassung als Tierarzneimittel (TAM). Bienen dürfen nur mit für diese Tierart zugelassenen Stoffen (Verordnung (EU) Nr. 37/2010) behandelt werden (§ 4 (5) TAKG).

Für die Bekämpfung sind nur zugelassene Tierarzneimittel einsetzbar. Die in Österreich zugelassenen Tierarzneimittel zur Varroabekämpfung sind im Arzneispezialitätenregister des Bundesamtes für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) zu finden, wo für jedes Präparat Gebrauchsinformation sowie Fachinformation abrufbar sind.

In unserer Krankheitserreger-Datenbank finden Sie umfangreiche Informationen zu Varroamilbe, Varroose, Varroa-Bekämpfung und Seminaren bzw. anschauliche Videos zur Biologie und Bekämpfung der Varroamilbe.

Weiterführende Informationen

2017 wurde bienengesundheit.at ins Leben gerufen, um nach dem Vorbild der Warndienste im Bereich Pflanzenbau, Hilfestellungen bei der effektiven Bekämpfung der Varroamilbe zu geben. Hier finden Sie neben dem Service Varroawetter auch zahlreiche weitere Informationen zur Varroamilbe.

Vergiftungsverdacht

Mögliche Ursachen von Vergiftungsschäden

  • Pflanzenschutzmittel: Vergiftung durch Pflanzenschutzmaßnahmen in der Land- und Forstwirtschaft oder in Gärten; größter Anteil der Vergiftungsschäden
  • Frevelschäden: Bienen werden mutwillig vergiftet
  • Industrieabgase (z.B. arsen-, blei- oder fluorhaltige Emissionen)
  • Trachtvergiftungen von giftigem Nektar oder Pollen

Vergiftungsanzeichen

  • Massenhafter Totenfall am Boden vor der Flugfront, auf den Flugbrettern und in den Bienenstöcken
  • Auffälliges Verhalten von Bienen am Flugloch
  • Starke und plötzliche Abnahme des Bienenfluges und der Volksstärke. Werden die Flugbienen im Feld von Mitteln hoher akuter Toxizität getroffen, sterben viele davon bereits während des Fluges ab.
  • Brutveränderungen: Pflanzenschutzmittel aus der Gruppe der Wachstumsregulatoren, welche die Entwicklung der Brut schädigen, hinterlassen an toten Puppen und Jungbienen charakteristische Schadbilder (weißgraue Sicheln am Innenrand der Facettenaugen), die erst 10 bis 25 Tage nach der Spritzung auftreten.

Die Zuständigen Stellen bei Vergiftungsverdacht sind die Bezirksverwaltungsbehörden (BH, Magistrat). Bei Frevelverdacht ist eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Bei Unklarheiten können Sie sich gerne an uns wenden.

Probeneinsendung

Unser Angebot für Untersuchungen zu Bienengesundheit und Bienenprodukten

Wir stehen Ihnen als kompetente Ansprechpartnerinnen – und partner für die Untersuchung auf Bienenkrankheiten und -schädlinge sowie für die Prüfung und Bewertung von Honig- und Bienenprodukten zur Verfügung. Sie können uns bei Verdacht einer Krankheit Proben Ihres Bienenvolkes zukommen lassen. Wir führen die angeforderten Untersuchungen für Sie durch. Bei kostenpflichtigen Untersuchungen gilt die aktuelle Preisliste. Diese finden Sie unter Downloads am Ende der Seite.

Wir bitten Sie, der Proben-Einsendung  einen schriftlich ausgefüllten Auftrag beizulegen. Das Antragsformular finden Sie in den Downloads. Details zu Probenarten, Probenumfang, Verpackung und Versand entnehmen Sie bitte dem beigefügten Merkblatt Einsendung von privaten Proben.

Proben können von Montag bis Donnerstag von 9-12 und 13-15 Uhr und Freitag von 9-12 Uhr abgegeben werden.

Bienenweide & Bestäubung

Nahrungsgrundlagen eines Bienenvolkes

Für die gesunde und ungestörte Entwicklung eines Bienenvolkes ist die ausreichende Verfügbarkeit entsprechender Nahrungsmittel (Wasser, Pollen, Nektar, Honigtau) unbedingt erforderlich. Daneben werden noch andere Stoffe, wie z.B. Kittharz (Propolis) benötigt.

Als Bienenweide oder Tracht werden jene Blütenpflanzen bezeichnet, die Bienen zu ihrer Ernährung aufsuchen. Die Bedeutung der einzelnen Pflanzenarten für die Ernährung der Bienen ist unterschiedlich. In diesem Zusammenhang leisten Forschungsprojekte zur Bienenweide einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität und bieten mit der Energiepflanze Silphium auch Alternativen zum Mais.

Gentechnisch veränderte Pflanzen und Bienen

Bienen können über verschiedene Wege mit gentechnisch veränderten Pflanzen und daraus abgeleiteten Produkten in Kontakt kommen:

  • Nahrungsquellen (Nektar, Pollen)
  • Bienenfuttermittel aus GVO-Pflanzen (z.B. Pollenersatzmittel auf Basis von GVO-Sojamehl) bzw. unter Einsatz von Enzymen, die durch GVO-Mikroorganismen produziert wurden (z.B. Maisstärkesirup).

Für Lebens- und Futtermittel gibt es diesbezüglich entsprechende gesetzliche Regelungen hinsichtlich Toleranzschwellen und Kennzeichnung.

Bienenernährung - Futterzucker

Für die Überwinterung der Bienen bzw. das Überbrücken von Trachtlücken wird in unseren Breiten üblicherweise der entnommene Honig durch Futterzucker ersetzt.

Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt des BVL zu Hydroxymethylfurfural (HMF) in Bienenfutter unter Downloads am Ende dieser Seite.

Weiterführende Informationen

Netzwerk Blühende Landschaft

Bienenweidekatalog des Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden‑Württemberg

Wertangaben für Pollen und Nektar auf der Bienenweide

Artikel von Andrea Holzschuh, Carsten F. Dormann, Teja Tscharntke & Ingolf Steffan-Dewenter: Expansion of mass-flowering crops leads to transient pollinator dilution and reduced wild plant pollination

Bienengesundheit in Zuckerrübenanbaugebieten 2019/20

Für die Bundesländer Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark gab es in den Anbausaisonen 2019, 2020 und 2021 eine Notfallzulassung zur Verwendung von Zuckerrübensaatgut, welches mit Neonicotinoid gebeizt wurde. Mit der Notfallzulassung waren bestimmte Auflagen verbunden; u.a. wurde die Durchführung eines Bienenmonitorings vorgeschrieben, um eine mögliche Exposition der Bienen gegenüber den genannten Stoffen zu erfassen. Das Monitoring wurde in den Jahren mit einer Notfallzulassung durchgeführt. Es wurden dabei Bienenstände in Zuckerrübenanbaugebieten ausgewählt, beobachtet und beprobt.

Das Expositionsmonitoring stützte sich primär auf Pollenhöschenproben, die mit Pollenfallen gesammelt und auf Rückstände untersucht wurden. Falls es zu erhöhtem Bienentotenfall kam, wurden auch geschädigte oder tote Bienen rückstandsanalytisch untersucht. Honigproben der Frühjahrsernte wurden untersucht, wenn am jeweiligen Stand Clothianidin, Thiamethoxam oder Imidacloprid in den Pollenhöschenproben nachweisbar waren.

Untersuchungsfragen

Folgende Fragestellungen wurden untersucht:

  • Kommt es im Zuge der Notfallzulassung durch den Einsatz von mit Clothianidin bzw. Thiamethoxam gebeiztem Zuckerrübensaatgut zu
    • erhöhtem Bienentotenfall in der Aussaatperiode?
    • Rückständen in Pollenhöschen, gesammelt während der Aussaatperiode im Frühjahr?
    • Rückständen in Pollenhöschen, gesammelt zur Blütezeit von Folgekulturen bzw. Zwischenfrüchten im Sommer/Herbst?
  • Falls Rückstände in Pollenhöschen oder im Bienentotenfall gefunden werden,
    • von welchen Pflanzenarten stammen die kontaminierten Pollen?
    • sind im geschleuderten Honig Rückstände der zur Beizung des Rübensaatgutes verwendeten Neonicotinoide nachweisbar?
    • Wenn ja, ist der geschleuderte Honig gemäß lebensmittelrechtlichen Bestimmungen (Rückstandshöchstwerte-VO) verkehrsfähig?

Ergebnisse

Gegenüber Clothianidin konnte keine Exposition der Bienen in den Jahren 2019 und 2020 nachgewiesen werden. Im Monitoring des Jahres 2019 hingegen wurde auf einigen Ständen eine Exposition gegenüber Thiamethoxam und Imidacloprid nachgewiesen. Für beide Wirkstoffe hatte es 2019 eine Notfallzulassung bei Zuckerrübensaatgut gegeben. Für das Jahr 2020 gab es keine Notfallzulassung für die beiden Wirkstoffe Thiamethoxam und Imidacloprid. Im Monitoring des Jahres 2020 war auch keine Exposition der Bienenvölker gegenüber diesen Stoffen im Untersuchungsgebiet nachweisbar.

Den vollständigen Bericht zum Bienenmonitoring finden Sie in den Downloads am Ende der Seite.

Projekte zur Bienengesundheit

Kontakt

Leitung

Dr. Josef Mayr

Aktualisiert: 09.02.2022

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