Gesundheit für Mensch, Tier & Pflanze

Stewart’s Bakterienwelke des Mais

Pantoea stewartii f. sp. stewartii

Steckbrief

Stewart’s Bakterienwelke des Mais, verursacht durch das Bakterium Pantoea stewartii subspecies stewartii, ist auch bekannt unter den Namen Stewart’s Krankheit oder Bakterienwelke des Mais. Es handelt sich um einen meldepflichtigen Schadorganismus.

Biologie

Pantoea stewartii ssp. stewartii (syn. Erwinia stewartii, Xanthomonas stewartii), erzeugt extrazelluläre Polysaccharide. Diese sind für die wie mit Wasser durchsogen aussehenden Läsionen auf den Pflanzenoberflächen und die Verstopfung der Gefäße des Leitgewebes (Xylem) verantwortlich.

Schadsymptome

Infizierte Jungpflanzen welken schnell und sterben ab. Auf den Blättern entstehen gelbe bis braune, längliche Streifen. Im Stängel bilden sich kleine Hohlräume, die bräunlich bis dunkelbraun gefärbt sind. An Schnittflächen von auseinander geschnittenen Stängeln infizierter Pflanzen und an verletzten Stellen infizierter Blätter treten die Bakterien in Form gelber Schleimtropfen aus. Bei Zuckermais welken anfällige Hybridsorten sehr schnell und zeigen auch die typischen Blattsymptome. Bei Körnermais sind die Hybridsorten generell resistent gegenüber der Welkephase, aber anfällig gegenüber der Blattwelke. Die Bakterien dringen tief in Samen ein, nicht jedoch in den Embryo.

Wirtspflanzen

Der Hauptwirt des Bakteriums ist Mais. Ganz besonders Süßmaissorten sind betroffen. Es werden aber auch Gräser (Poaceae) befallen, die in Nordamerika hauptsächlich für Futterzwecke angebaut werden, z. B. Tripsacum dactyloides, Setaria lutescens und Teosinte (Zea mays ssp. mexicana).

Zu Forschungszwecken konnten auch Hiobsträne (Coix lachryma-jobi), Rote Borstenhirse (Setaria pumila) und Zea perennis künstlich infiziert werden. Verschiedene Ungräser aus der Familie der Poaceae sind symptomlose Wirtspflanzen von Pantoea stewartii ssp. stewartii.

Verbreitung

Stewart’s Bakterienwelke wurde erstmals 1897 in den USA, und zwar auf Long Island, nachgewiesen. Große Ernteverluste gab es in den USA in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts. Seitdem kam es durch den Anbau immer mehr resistenterer Sorten nur zu sporadischen Auftreten.

Diese Maiskrankheit wurde auch in Brasilien, Kanada, China, Costa Rica, Malaysia, Mexiko, Puerto Rico, Italien, Guyana, Peru, Polen, in der früheren Sowjetunion, Rumänien, Thailand und Vietnam nachgewiesen. Berichte über positive Nachweise gab es auch aus Österreich.

Ausbreitung und Übertragung

International wird Stewart’s Bakterienwelke prinzipiell in oder an infiziertem Saatgut übertragen und verbreitet. Die lokale Übertragung der Krankheit erfolgt durch Insekten als Vektoren, die über die Fraßvorgänge an den Pflanzen die Bakterien in diese übertragen. In Nordamerika dient v. a. Chaetocnema pulicaria (ein Getreideerdfloh) als Vektor, weiters noch der Nördliche Maiswurzelbohrer (Diabrotica longicornis) und die Saatenfliege (Phorbia cilicrura). Die Bakterien überdauern in den Verdauungstrakten der überwinternden Käfer.

Wirtschaftliche Bedeutung

In Österreich ist Pantoea stewartii ssp. stewartii schon lange Zeit nicht mehr nachgewiesen worden. Daher hat die bakterielle Erkrankung bei uns keine wirtschaftliche Bedeutung.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Gesundes Saatgut verwenden.
  • In den USA wird für wintermilde Anbaugebiete, in denen möglichst viele Überträger des Bakteriums überwintern können, die Verwendung resistenter Hybridsorten angeraten.

Phytosanitärer Status

Pantoea stewartii subspecies stewartii ist als Unionsquarantäneschädling gelistet und unterliegt dadurch gesetzlichen Regelungen zur Verhinderung der Einschleppung und Ausbreitung in die bzw. in den Mitgliedsstaaten der EU.

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Aktualisiert: 28.02.2022

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