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Folge 004 – Von Blutmahlzeiten & Zeckenstichen: Wie schütze ich mich vor kleinen Vampiren?

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Podcast One Health Mensch

Österreich gilt als ein Risikoland für Zecken und gehört zu den am stärksten von FSME betroffenen Ländern in Zentraleuropa. Zecken kommen in jedem Bundesland vor und mittlerweile in fast allen Höhenlagen. Nur mehr sehr hoch gelegene Regionen in den Alpen sind ausgenommen. Zecken haben sich durch den Klimawandel weiter ausgebreitet und sind fast das ganze Jahr über aktiv. Die Zecken-Saison hat 2025 bereits im März mit den ersten Funden der Blutsauger gestartet. Welche Krankheiten können Zecken übertragen? Wie kann man sich am besten davor schützen? Und wussten Sie, dass Sie die Überwachung der Zecken in Österreich tatkräftig unterstützen können? Das alles und mehr erklärt uns in der 4. Folge des AGES-Podcasts „Mut zum Risiko“ unser Experte Mateusz Markowicz.

Bis zu 70.000 Borreliose-Erkrankte und bis zu 200 hospitalisierte FSME-Fälle - Zecken sind Vektoren (Überträger) für zahlreiche Krankheitserreger wie Bakterien, Viren und Protozoen, die Krankheiten auslösen können. Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sind in Österreich die am häufigsten von Zecken übertragenen Erkrankungen. Mateusz erklärt uns, was diese Erkrankungen unterscheidet und wie unterschiedlich wir uns vor einem Zecken-Stich schützen können.

Bei einer Ansteckung mit Borrelien (Erreger der Borreliose) bildet sich in den meisten Fällen ein roter Kreis um die Zeckenstichstelle, auch Wanderröte oder Erythema migrans genannt. Eine Impfung gegen Borreliose gibt es noch nicht, allerdings kann sie in der Regel gut mit Antibiotika behandelt werden. Da die Übertragung der Bakterien von der Zecke auf den Menschen mehrere Stunden dauern kann, ist die beste Methode, sich zu schützen, die Zecke schnell zu entfernen. Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch das FSME-Virus ausgelöst und kann in schweren Fällen zu Lähmungen und bleibenden Schäden führen. Die Impfung ist daher die beste Möglichkeit, sich gegen die Erkrankung zu schützen.

Mateusz und sein Team der Abteilung für Vektor-, also durch Zecken oder Gelsen,-übertragbare Krankheiten arbeiten in mehreren Forschungsprojekten daran, einen guten Überblick über die Zecken in Österreich, ihre durch den Klimawandel frühere Aktivität und die in ihnen vorkommenden Krankheitserreger zu bekommen. Das Projekt SURVector: One-Health Überwachung und Monitoring von Vektoren auf Krankheitserreger hat letztes Jahr gestartet und untersucht u.a. heimische Zecken auf Borrelien. Das Ergebnis für 2024: Zirka 20 Prozent der Zecken tragen Borrelien in sich. Im Projekt RAISE - Reinforcing Austrian Integrated Surveillance and Epidemiology sollen die Zecken auf weitere Krankheitserreger untersucht werden.

Citizen Science, also aktive Bürger:innen-Beteiligung hilft die Daten- und Forschungslage in Österreich und Europa weiter zu verbessern. Die im Jahr 2024 gemeldeten Riesenzecken waren fast alle aus dem Ausland importiert. Mateusz und sein Team haben letztes Jahr erstmals eine neue Reiseart der Riesenzecken nach Österreich beschrieben: anstatt mit Wildvögeln kamen sie mit dem Auto. Wenn auch Sie uns bei der Erforschung der Blutsauger unterstützen wollen, schreiben Sie uns an zecken@ages.at.

Unter Zecken Informationen finden Sie alle weiteren Details und Videos mit Tipps zur Prävention und Entfernung. In jedem Fall gilt nach einem entdeckten Zeckenstich: Sollten Sie sich in den Tagen bis Wochen danach krank fühlen, nehmen Sie bitte unbedingt medizinische Hilfe in Anspruch.

www.ages.at/zecken

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Aktualisiert: 11.02.2025

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