Gesundheit für Mensch, Tier & Pflanze

BPractices - Neue Methoden zur Völkerführung

Im ERA-Net Projekt BPRACTICES werden neue  Methoden zur Völkerführung unter aktiver Beteiligung von Imkerinnen und Imkern identifiziert und entwickelt.

Hintergrund

Bienenkrankheiten und Bienenschädlinge tragen maßgeblich zu Völkerverlusten von Bienen in Europa bei. Bedeutende Schädlinge sind die Varroamilbe, Viren, die Amerikanische Faulbrut, die Europäische Faulbrut und Nosema. Seit 2014 tritt außerdem ein neuer Parasit der Honigbiene, der Kleine Bienenstockkäfer (Aethina tumida), in der EU auf. In Süditalien ist er bereits verbreitet und gefährdet die Bienenvölker zusätzlich zu den genannten Bedrohungen.

Das Projekt

ERA-Net SusAn BPRACTICES. Neue Managementpraktiken für eine nachhaltige Imkerei.

Das Projekt BPRACTICES („Neue Indikatoren und Maßnahmen der imkerlichen Praxis zur Verbesserung der Bienengesundheit in Europa im Zeitalter von Aethina tumida“) wird von der Europäischen Union aus Mitteln des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020 und des ERA-Net SusAn – Europäischer Forschungsraum für nachhaltige Tierproduktionssysteme – finanziert und hatte eine Laufzeit von drei Jahren (2017-2020). Das Konsortium wird vom Istituto Zooprofilattico Sperimentale del Lazio e della Toscana (IZSLT) geleitet und bringt sieben Partnerinstitutionen (darunter auch die Abteilung Bienenkunde und Bienenschutz der AGES) aus europäischen und außereuropäischen Ländern zusammen. Konsortiumspartner sind Forschungsinstitute, Universitäten und Gesundheitsbehörden.

Das Hauptziel des Projektes ist die Identifizierung bzw. Entwicklung neuer Methoden zur Völkerführung (Gute imkerliche Praxis – GBP [Good Beekeeping Practices]) unter aktiver Beteiligung von Imkerinnen und Imkern. Eine wesentliche Strategie ist der Nachweis von Krankheitserregern und Parasiten der Honigbiene bereits im vorklinischen Stadium mit Hilfe innovativer Techniken (z.B. PCR aus Gemülle oder Biosensoren aus Honig). Auch sollen neue Methoden zur Bekämpfung von Krankheiten der Honigbienen getestet werden. Die internationale Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen am Projekt mitwirkenden Ländern und die Beteiligung des EU-Referenzlabors für Bienengesundheit garantieren, dass ein reicher Erfahrungsschatz und umfangreiches Wissen eingebracht werden. Von Bedeutung ist auch die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Verband der Bienenzüchtervereinigungen (Apimondia), durch welche die Sicht der Imkerinnen und Imker eine betont starke Berücksichtigung findet. Nicht zuletzt sollen Verbraucherinnen und Verbraucher über ein innovatives Rückverfolgbarkeitssystem auf der Basis der QR-Code-/RFID-Technologie Details zur Herkunft und Gewinnungsart von Bienenprodukten erfahren. Damit soll mehr Bewusstsein für die positiven Auswirkungen der Bienenhaltung auf die Umwelt und die damit verbundenen Ökosystemleistungen geschaffen werden. Ein weiteres Ziel ist die Harmonisierung der Methoden. Das durch das Projekt angeregte innovative Produktionssystem soll in jedem europäischen Land einsetzbar sein und alle Ebenen der Bienenzucht umfassen, vom ökologischen Aspekt bis zu ökonomischen Gesichtspunkten.

Aktualisiert: 23.01.2022

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